Startprobleme nach längeren Standzeiten

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Startprobleme nach längeren Standzeiten

Beitragvon Alexa » 17. Oktober 2010, 13:51

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Wau, super Wetter, heut gehts rauf auf den Kurvenwetzhobel. Los...in die Klamotten gequält...Führerschein dabei? ... ab in die Garage...da steht sie schon, fast als würde sie drauf warten, grinst mich dieses Scheinwerfergesicht an...Schlüssel rein...Choke...Zündung... Orgel...Orgel...Orgel...Hmmm...was vergessen? ...nein ... nochmal ...Orgel...Orgel...Orgel... Sch..Karre. Wie lange ist sie gestanden, wann bin ich das letztemal gefahren? Vorletztes Wochenende? Ja, stimmt... ach... da war doch was!!!

Ich denke, das kennen Einige von uns SZR-Fahrern. Besonders nach längeren (oft reichen schon 2 Wochen) Standzeiten springt die SZR ausgesprochen schlecht an und wenn dann nur nach einigem Orgeln bei wirklich voll geladener Batterie.
Gut, nach einer Winterpause ist das garade noch zu tolerieren und nach den unten genannten kleinen Eingriffen und wenig (!) Startpilot sollte sie anspringen. Technisch gesehen ist der Grund für die Startunlust relativ einfach zu erklären. Beim kaltstart gelangt zu wenig zündfähiges Gemisch in den Brennraum. Drei Faktoren sind für diesen Mangel an kaltstartunwilligem Gemisch verantwortlich.

1. Die Einbaulage des Motors:
Von großflächigen Rahmenprofilen abgeschottet, strahlt die Motorhitze noch lange in Richtung Vergaser ab.
Die für Kaltstart wichtigen, weil leicht verdunstenden Spritzbestandteile des Kraftstoffs verflüchtigen sich.
2. Die Benzinleitung:
von Haus aus neigt die Originalleitung zum Abknicken. Der Querschnitt verengt sich und damit berringert sich die geförderte Spritmenge.
3. Die/der Benzinpumpe/-hahn:
die Membranpumpenkonstruktion funktioniert nur auf Unterdruckbasis. Der benötigte Unterdruck wird im Ansaugrohr erzeugt und kann erst bei laufendem Motor genutzt werden.

Lösungswege:

Bei den “älteren” Modellen ist es möglich, die verbaute Originalunterdruckpumpe durch die verbesserte Version der SZR-Modelle ab Ende 1996 zu ersetzen, was allerdings ein ziehmliches Loch in den Geldbeutel reisst.

Einer der wichtigsten Punkte ist das Nachfließen frischen Benzins in die Schwimmerkammer des Vergasers. Da kann schon eine etwas längere und im Innenquerschnitt größere Benzinleitung helfen, die wenigstens so viel “Kapazität” hat, dass genug frisches Benzin aus dieser Leitung nachfließen kann. Notfalls die Benzinleitung vom Vergaser lösen und etwas aus dem Tank anchfließen lassen. Man kann auch ein kleines Zwischenreservoir (z.B. in Form eines Kraftstoffilters) dazwischen klemmen. Ausserdem ist darauf zu achten, dass die relativ dünne und empfindliche Unterdruckleitung auf keinen Fall abgeknickt unter dem Tank liegt.
Eine zusätzliche Möglichkeit bietet die Einstellung des Schwimmerstandes auf die obere Toleranzgrenze. Die Schwimmerhöhe soll bei 25 bis 27 Millimeter liegen. Erfahrene Schrauber können das selbst machen, allen Anderen empfehle ich, zur Fachwerkstatt zu gehen.
Beim Choke ist darauf zu achten, daß dieser möglichs ohne Spiel zu betätigen ist.

Als weitere Lösung ist es auch möglich, die gesamte Unterdruckpumpe durch einen ganz normalen Benzinhahn zu ersetzen, wobei allerdings zwei Probleme auftreten:

1. Man muss sich einen geeigneten Einbauplatz für den Hahn suchen, was bei der SZR aufgrund der Enge nicht ganz einfach ist
2. Man darf niemals vergessen, nach dem Abstellen der Maschine, den Hahn zu schließen, da sonst bei einem Schwimmerdefekt Benzin in den Verbrennungsraum abfließen kann.

Für diese o.g. Lösung übernehme ich allerdings keinerlei Garantie, da mir dieser Tipp von einem SZR-Fahrer gemailt wurde und ich das selbst nicht ausprobiert habe!
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